Dienstag, 22. Januar 2013

'Herr Schocken, wie stehen Sie zu Ihrem Konkurrenten Knopf?‘


Die Warenhäuser von I. Schocken Söhne, später Schocken AG und nach dem Krieg Horten-Merkur, waren bekannt für ihre stillvolle Aufmachung und erlesen Waren. Salman Schocken war sich seiner Stellung wohl bewusst und so wundert seine private Äußerung in Anbetracht des etwas altmodischen und behäbigen Images der Knopf Warenhäuser nicht. Die erste Adresse in Baden und in Württemberg waren die Schocken Kaufhäuser mit ihrer modernen Präsentation, hochwertigen Produkten und gut durchdachten Geschäftsführung. 

Donnerstag, 3. Januar 2013

Das Lehrmädchen

Ein Lehrmädchen in einem Kaufhaus zu werden war gar nicht so leicht. Jedes Geschäft stellte andere Bedingungen für die Einstellung. Wer gute Noten und angenehme Umgangsformen hatte, konnte auf eine Stellung hoffen.

Die Lehrzeit umfasste praktischen und theoretischen Unterricht. Es wurde einem beigebracht wie man mit den Kunden umzugehen hatte indem man den erfahrenen Mitarbeitern zusah und, unter strenger Beobachtung, auch selbst mal etwas verkaufen durfte. Nach der Arbeit im Warenhaus und in den Pausen wurde Geschäfts- und Warenkunde gebüffelt – man musste schließlich fachkundige Auskunft geben können und lernen wie man mit schwieriger Kundschaft umgehen musste. Wie wir auf unserem Bild sehen, wurde dem Kunden damals noch ein Stuhl angeboten und die Ware vorgelegt.

Hatte man die Lehrzeit überstanden, war das Lernen nicht zuende. Jede Saison gab es frische Mode und neue Waren über die man bescheid wissen musste. Interne Hauszeitschriften oder allgemeinere Publikationen der Dachverbände für Warenhäuser oder deren Angestellte wurde abonniert und für die Mitarbeiter ausgelegt. Diese Zeitschriften konnten recht bunt und interessant sein. Es waren auch Liebesgeschichten und Rätsel abgedruckt, falls es dem Personal dann doch zu langweilig wurde.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Ein Name ist nicht Tot zu kriegen: Hertie kehrt zurück



Es ist kaum zu glauben; im August 2012 meldete die Fachzeitschrift TextilWirtschaft, dass die Gebrüder Nils und Jan Klöker (HDK AG) ‚Hermann Tietz‘ in seiner vierten Inkarnation aufleben lassen wollen. Ihr Plan ist es wohl mit der Domäne ‚Hertie.de‘ an die Tradition eines der ältesten und best-geliebten Marken Deutschlands zu knüpfen.
Aus Hermann Tietz wurde HERTIE
 Hermann Tietz war eigentlich zunächst nur der Geldgeber für Oscar Tietz, der unter dem Namen des Onkels 1882 in Gera ein Kurzwarengeschäft eröffnete, erweiterte und bald viele Filialen gründete. In allen großen Städten Deutschland entstand in wenigen Jahrzenten eine Hermann Tietz Filiale.  Der Bruder, Leonhard Tietz, eröffnete unter seinem Namen Warenhäuser in jenen Städten die Oscar ausließ. Die Tietz Familie (zusammen mit ihren gänzlich jüdischen Kollegen Schocken, Wertheim, Knopf etc.) müssen als Pioniere des Einzelhandels, wie wir ihn in Deutschland heute kennen, gelten: Barzahlung, Rückerstattung, Schauen ohne Kaufzwang, Sonderangebote und vieles mehr – Heute selbstverständlich - wurden erst von diesen jüdischen Kaufhäusern überhaupt nach Deutschland gebracht. 

Oscar Tietz
Georg Tietz führte die Familientradition erfolgreich weiter bis die Nationalsozialisten innerhalb des Konzerns die Belegschaft aufmischten und von außen zum Boykott aufriefen. Die Firma geriet in Geldnöte und wurde ‚Arisiert‘. Die Tietz mussten ihre Kaufhäuser abgeben und in die USA flüchten. Wobei aus dem Kaufhaus Leonhard Tietz ‚Kaufhof‘ wurde, geschah mit Hermann Tietz ein richtiger Etikettenschwindel: Daraus wurde nämlich HerTie. Bis in die 1990ger blieb Hertie ein beliebte und vertraute Marke in den deutschen Städte, bis 1994 die Karstadt AG den Konzern übernahm. Als Warenhausname lebte ‚Hertie‘ 2005 wieder auf – die Marke stand, wie schon zu Oscar Tietz Zeiten für gute Ware und solides Wirtschaften. Leider endete die Renaissance, dem fehlenden guten Wirtschaften wegen, bereits 2009.

Nun soll Ende 2012/Anfang 2013 der Name des guten Hermann Tietz zum vierten Mal die Front eines Einzelhandelsunternehmens schmücken, nun geht es nur nicht mehr um die Glas- und Stahlbauten am Alexanderplatz oder an der Leipziger Straße, sonder um die Homepage einer Internetdomain. Die Tietz und ihre jüdischen Kollegen waren immer daran interessiert den Einzelhandel durch Erneuerung zu entwickeln. Der Sprung ins Internet wäre für sie ganz natürlich gewesen. Es wird sich zeigen ob ‚Hertie‘ diesen Weg nicht schon mit der Geburt von Ebay und Amazon hätte machen müssen oder ob des lieben Onkels Name auch im Internetzeitalter wieder für Umsatz sorgen kann.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Hermann Wronker, Frankfurt, Mannheim, Pforzheim...

Die Firma S. Wronker, später Wronker AG, wurde von Hermann Wronker und seinem älteren Bruder in Mannheim gegründet. Der Sitz der Firma wurde nach Frankfurt am Main verlegt wo das Warenhaus Wronker ein Drittel der Zeil aufnahm. Es gab in ganz Süddeutschland Filialen. So auch eine in Pforzheim, die 1931 an die Schocken AG verkauft wurde.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Das Fest der Hausfrau!


Die Weisse Woche bei Herman Tietz (später Hertie) in Karlsruhe war ein beliebtes Mittel um Ende Januar/Anfang Februar den Umsatz anzukurbeln. Hier aus dem Jahr 1933.

Mittwoch, 11. April 2012

Guggenheim & Co in Gaggenau

Auch in Gaggenau fand man die bunte Warenwelt der Großstädte. Bei Guggenheim & Co, einer Tochtergesellschaft von Einstein & Spiegel aus Konstanz, gab es Waren von keiner geringeren Warenhauskette als Hermann Tietz. So konnte man selbst in der Provinz ein Hauch der Metropolen spüren.

Donnerstag, 5. April 2012

Einkaufsstadt Mannheim

Heimliche Konsumhauptstadt Badens war Mannheim. Alleine drei große Ketten hatten hier Filialen und viele kleinere Firmen hatten hier ihre 'Kaufhäuser'. Kander hatte gleich drei Niederlassungen.